Arbeitsplätze statt Zimmer: die Maßeinheit des Bürowechsels
Wohnungen rechnen wir in Zimmern, Betriebe in Arbeitsplätzen. Ein vollständiger Büroarbeitsplatz mit Schreibtisch, Rollcontainer, Stuhl, Bildschirmen und dem Anteil an Aktenschrank und Gemeinschaftsfläche ergibt rund 2,5 Kubikmeter. 4 Plätze sind damit 10 Kubikmeter, 8 Plätze 20, 12 Plätze 30, 20 Plätze 50 und 30 Plätze 75 Kubikmeter.
Aus der Kubikzahl folgt der Wagen. Bis 14 Kubikmeter reicht der Transporter mit zwei Trägern zu 67 Euro je Stunde, bis 23 Kubikmeter der Möbelkoffer mit drei Trägern zu 99 Euro, bis 38 Kubikmeter der Siebeneinhalbtonner mit drei Trägern zu 113 Euro oder mit vier Trägern zu 137 Euro. Über 38 Kubikmeter wird eine zweite Fuhre nötig, und die kostet Fahrzeit.
Eine Praxis rechnet anders als ein Büro: Liegen, Karteischränke und Geräte bringen mehr Gewicht auf weniger Fläche. Für eine Praxis mit 6 Arbeitsplätzen setzen wir trotzdem 15 Kubikmeter an, dafür 1 Stunde mehr für das Sichern der Geräte. Ein Ladengeschäft mit Verkaufsfläche und Lager liegt meist bei 30 bis 50 Kubikmetern, eine Werkstatt darüber, weil Maschinen einzeln gesichert und einzeln aufgeführt werden.
Die 2,5 Kubikmeter je Arbeitsplatz, aufgeschlüsselt
- Schreibtisch mit 1,60 mal 0,80 Meter, zerlegt: rund 0,4 Kubikmeter.
- Rollcontainer, Bürostuhl und zwei Bildschirme: rund 0,6 Kubikmeter.
- Anteil am Aktenschrank, meist 6 bis 8 Ordnerkartons: rund 0,8 Kubikmeter.
- Anteil an Besprechungstisch, Drucker und Küchenzeile: rund 0,7 Kubikmeter.
Der Termin liegt außerhalb Ihrer Öffnungszeiten
Ein Betrieb, der 20 Kilometer weit umzieht, verliert nicht am Transport Geld, sondern an den Stunden, in denen niemand arbeiten kann. Deshalb legen wir den Termin in die Zeit, in der Ihr Haus ohnehin zu ist. Eine Praxis ohne Sprechstunde am Freitagnachmittag räumt ab 13 Uhr, ein Laden mit Ruhetag am Montag räumt am Montag ab 9 Uhr, ein Büro mit kurzem Freitag räumt ab 15 Uhr.
Damit das trägt, muss der Beginn stimmen. Das übliche Ankunftsfenster von 2 Stunden ist beim Wohnungsumzug bequem und beim Betriebsumzug zu weit: Wer um 13 Uhr aufschließt, kann nicht bis 15 Uhr warten. Für 39 Euro wird daraus ein Punkttermin mit einem Fenster von 30 Minuten, also 13.00 bis 13.30 Uhr statt 13 bis 15 Uhr.
39 Euro gegen eine verlorene Stunde: Bei einem Stundensatz von 99 Euro allein für das Umzugsteam ist der Aufschlag nach knapp 24 Minuten Wartezeit bezahlt, von Ihren eigenen Leuten ganz abgesehen. Deshalb steht der Punkttermin bei Betriebsaufträgen standardmäßig im Angebot, und wer ihn nicht braucht, streicht die Zeile. Die Regeln dazu stehen auf Ankunftsfenster und Zeitplan.
Drei Zeitfenster, die sich bewährt haben
- Freitag ab 13 Uhr: Praxis ohne Nachmittagssprechstunde, 5 Stunden bis 18 Uhr.
- Montag ab 9 Uhr: Ladengeschäft mit Ruhetag, 9 Stunden bis 18 Uhr.
- Freitag ab 15 Uhr: Büro mit kurzem Freitag, 3 Stunden und damit genau die Mindestabnahme.
Drei Betriebe, komplett durchgerechnet
Beispiel eins, Praxis mit 6 Arbeitsplätzen und 15 Kubikmetern, Umzug innerhalb der Kernstadt. Möbelkoffer mit drei Trägern zu 99 Euro je Stunde, 5 Stunden ergeben 495 Euro, dazu 39 Euro für den Punkttermin, zusammen 534 Euro. Die Anfahrt kostet 0 Euro, weil beide Adressen im 20-Kilometer-Ring liegen.
Beispiel zwei, Büro mit 12 Arbeitsplätzen und 30 Kubikmetern, von Hohen Neuendorf nach Berlin-Mitte über 32,7 Kilometer und 34 Minuten. Siebeneinhalbtonner mit drei Trägern zu 113 Euro, 8 Stunden ergeben 904 Euro, dazu 39 Euro Punkttermin und die Anfahrt für 65,4 gefahrene Kilometer zu 0,90 Euro, also 58,86 Euro. Zusammen sind das rund 1.002 Euro.
Beispiel drei, Ladengeschäft mit Lager, gerechnet als 20 Arbeitsplätze und 50 Kubikmeter, Umzug nach Oranienburg über 11,6 Kilometer. Siebeneinhalbtonner mit vier Trägern zu 137 Euro, zwei Fuhren, 11 Stunden ergeben 1.507 Euro, dazu 39 Euro, zusammen 1.546 Euro. Kommen 24 Schreibtische und Regale zum Zerlegen und Aufbauen dazu, rechnen wir zwei Kräfte über 4 Stunden zu je 24 Euro, also 192 Euro, und landen bei 1.738 Euro.
Akten, Ordner und was sie an Material kosten
Der größte Unterschied zum Wohnungsumzug liegt im Papier. Wir rechnen je Arbeitsplatz mit 6 Umzugskartons, bei 12 Plätzen also 72 Stück. Kaufen kostet 72 mal 1,95 Euro, das sind 140,40 Euro. Mieten kostet 72 mal 0,70 Euro je Woche, das sind 50,40 Euro, für zwei Wochen also 100,80 Euro.
Ab der dritten Woche dreht sich das um: 3 mal 0,70 Euro sind 2,10 Euro je Karton und damit mehr als die 1,95 Euro für den Kauf. Wer einen Betrieb zwei Wochen vorher packt und eine Woche danach auspackt, kauft also besser. Gebracht und wieder abgeholt wird das Material im Umkreis von 20 Kilometern für 0 Euro.
Dazu kommen gesteppte Möbeldecken zu 2,80 Euro je Stück und Woche. Bei 16 Decken über 2 Wochen sind das 89,60 Euro. Packpapier kostet 15,50 Euro je 10 Kilogramm und reicht für etwa 25 Kartons. Für Bildschirme und Serverschränke nehmen wir Luftpolsterfolie, 50 Meter kosten 21 Euro.
Was im Angebot steht, bevor Sie unterschreiben
Ein Betriebsumzug hat mehr Beteiligte als ein Wohnungsumzug, deshalb ist das Angebot ausführlicher. Jeder Posten steht einzeln, auch der Aufschlag für den Punkttermin. Das Aufmaß dauert bei bis zu 12 Arbeitsplätzen 20 bis 35 Minuten, darüber rechnen wir 45 bis 60 Minuten, und es kostet in beiden Fällen 0 Euro.
Das Angebot gilt 21 Tage. Wird der Mietvertrag für die neue Fläche später unterschrieben als geplant, verschieben wir den Termin bis 48 Stunden vorher einmal je Auftrag für 0 Euro. Danach kostet eine Absage 95 Euro, am Umzugstag 20 Prozent der Angebotssumme, bei 1.546 Euro also 309,20 Euro.
Sechs Zeilen, die in jedem Betriebsangebot stehen
- Zahl der Arbeitsplätze und die daraus gerechnete Kubikzahl, bei 2,5 Kubikmetern je Platz.
- Wagen und Besetzung, also 14, 23 oder 38 Kubikmeter mit 2, 3 oder 4 Trägern.
- Stundensatz von 67, 75, 99, 113 oder 137 Euro und die Mindestabnahme von 3 Stunden.
- Datum, Beginn und Fenster: 2 Stunden regulär oder 30 Minuten als Punkttermin für 39 Euro.
- Zerlegen und Aufbauen zu 24 Euro je Stunde und Kraft, getrennt ausgewiesen.
- Anfahrt mit 0 Euro bis 20 Kilometer oder mit 0,90 Euro je gefahrenem Kilometer darüber.
Werkstatt, Lager und die Stichstraßen im Gewerbegebiet
Hohen Neuendorf liegt mit rund 27.000 Einwohnern direkt an der Berliner Stadtgrenze. Die A10 mit der Anschlussstelle Birkenwerder verläuft nördlich, die B96 führt als Schönfließer Straße und Berliner Straße durch den Ort. Für einen Betriebsumzug heißt das: Richtung Autobahn sind es wenige Minuten, quer durch den Ort zur Hauptverkehrszeit deutlich mehr.
Werkstätten und Lager stehen oft an Stichstraßen, die für einen Wagen mit 38 Kubikmetern zu eng oder zu weich sind. Wir sehen uns das beim Aufmaß an und entscheiden zwischen einer Fuhre mit dem großen Wagen und zwei Fuhren mit dem Möbelkoffer zu 23 Kubikmetern. Zwei Fuhren über 11,6 Kilometer nach Oranienburg kosten rund 35 Minuten reine Fahrzeit mehr, weil eine Strecke 17 Minuten dauert.
Maschinen und Geräte werden einzeln gesichert und einzeln aufgeführt. Die Haftung liegt bei 620 Euro je Kubikmeter nach Paragraf 451e HGB, bei 30 Kubikmetern also 18.600 Euro. Wer darüber hinaus absichern will, meldet das vor dem Angebot an, damit es dort schriftlich festgehalten wird.